Herr B. und sein Leben

Der Luftikus am Gurnigelpass (1600m).

Das erste Frühlingswochenende das Jahres.

Viel zu lange hat es gedauert, bis der Frühling endlich seine Weg hierher gefunden hat. Erst jetzt sind die Temperaturen gestiegen und das Wochenende konnte für die ersten Frühlingstouren des Jahres genutzt werden.

Der Luftikus auf dem Ulmizberg.

Der Luftikus auf dem Ulmizberg.

Am Samstag waren die Beine noch müde und schwer vom Nada Surf-Konzert, deswegen ging es nur auf eine kurze Tour. Höhenmetern sammeln am Ulmizberg und Gurten.

Heute versuchte ich mich wieder am Gurnigelpass. Den wollte ich vor gut einem Jahr bereits bezwingen, musste damals aber aufgeben, weil die Kraft nicht reichte. Auch diesmal war es ein harter Kampf und eine echte Quälerei, aber mit besserem Ende.

Der Esel in Riggisberg genießt die Wärme.

Der Esel in Riggisberg genießt die Wärme.

Die Esel mit Nachwuchs und Aussicht auf die Berge.

Die Esel mit Nachwuchs und Aussicht auf die Berge.

Zunächst fuhr ich aber Richtung Riggisberg, wo ich vor fast genau einem Jahr die Esel zum ersten Mal traf. Und Überraschung, sie haben Nachwuchs und sind jetzt zu dritt.

Die Bikestrecke ist noch tief verschneit.

Die Bikestrecke ist noch tief verschneit.

Je höher es hinauf ging und je näher der Gurnigelpass kam, desto mehr verschwand die warme Frühlingsluft. Oben lag der Schnee noch meterhoch.

Aussicht auf den Gantrisch mit viel Schnee.

Aussicht auf den Gantrisch mit viel Schnee.

Nach der Abfahrt und der damit verbundenen Vernichtung der hart erkämpften Höhenmetern wurde die Luft aber wieder wärmer und der Schnee war nur noch eine Erinnerung.

Das längste Nada Surf-Konzert der Welt.

Fast exakt zwei Jahre nach dem wilden Konzert in Köln ergab sich endlich wieder die Gelegenheit, die Herzensband live erleben zu können. Zwar haben sie kein neues Album veröffentlicht, aber es gibt trotzdem einen guten Anlass für eine Tour. Das Let Go-Album, eines der besten Alben aller Zeiten, feiert 15. Jahrestag.

Zur Feier dieses Jubiläums gab es keine Vorband, sondern das komplette Album wurde gespielt. Was ansich bereits grandios war. Nicht nur, weil es all die wunderbaren Lieder des Albums zu hören gab. Sondern weil diese über die Jahre weiter gewachsen und immer besser geworden sind. Es war ein wahres Fest, man kann es nicht anders ausdrücken.

Nach einer kurzen Pause gab es das Dessert. Halt noch ein komplettes Nada Surf-Konzert. Insgesamt fast drei Stunden großartige Livemusik. Mit sehr gutem Sound, feiner Lichtshow und vor allem viel Spielfreude auf der Bühne. Obendrein hatte die Setlist einige Überraschungen parat. Einige Lieder vom „The Proximity Effect“-Album, die schon sehr lange nicht mehr live gespielt wurden. Und auch sonst noch den ein oder anderen Song, der schon lange nicht mehr gespielt wurde. Was für ein wunderschöner Abend und ein absolut würdiges Jubiläum für das Let Go-Album.

Wegweiser bei Saltoluokta

Im Pulk mit Pulkas durch Laponia

Weit im Norden, oberhalb des Polarkreises, wurden letzte Woche neun Menschen gesichtet, die sich entgegen der örtlichen Gewohnheiten nicht per Schneemobil fortbewegten. Sondern mit Schneeschuhen und mit um die Hüften geschnallten Pulkas. Dieser Pulka-Pulk schlürfte über den Kungsleden. Durch die tief verschneite Landschaft mit frischer Tiefkühlluft. Und wenn nicht gerade die Hundeschlitten den Weg kreuzten,… » Galerie anschauen

Auf dem Mändli (2060m).

Mit Schuhen im Schnee

Letztes Wochenende musste das Bike stehenbleiben, denn ich war zu Fuß unterwegs. In der Zentralschweiz. In den Bergen. Im tiefen Schnee. Mit Schneeschuhen. Und dank grandioser Organisation und Führung von vivatrail war es eine wunderbare Tour mit geglückter Gipfelbesteigung. Und nach dem Gipfelglück konnten wir beim lustigen und leicht rutschigen Abstieg sogar noch ein paar… » Galerie anschauen

Luftikus über der Nebelgrenze

In der Wintersonne rund um die Blueme

Frostiger Nebel in Thun

Frostiger Nebel in Thun

Am Wochenende bescherte das Wetter wieder schönsten Sonnenschein. Zumindest wenn man sich durch den Nebel weit genug nach oben kämpfte. Am Samstag ging das noch recht einfach denn der Nebel löste sich im Tagesverlauf fast auf. Aber am Sonntag lag dichter, trüber Nebel über dem Land. Und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liessen alles unter einer dicken Reifschicht gefrieren. Also blieb nur die Möglichkeit, den Frost zu überwinden und sich in Richtung Berge zu bewegen. In Thun herrschte aber noch der Frostnebel und vom blauen See war wenig zu sehen.

Rast in Heiligenschwendi

Rast in Heiligenschwendi

Allerdings riss die Nebeldecke schneller auf als gedacht, bei 850 Meter Höhe war der Sonnenschein erreicht. Zu Weihnachten musste ich noch bis zum Sonnenweg klettern, dort war gestern schon strahlender Sonnenschein. Und angenehmere Temperaturen als unten im Nebel.

Nebel über dem Thunersee und Ausblick auf das Oberland

Nebel über dem Thunersee und Ausblick auf das Oberland

Zudem war die Schneedecke, die die Gegend hier oben zu Weihnachten noch völlig überdeckte, komplett verschwunden. Mit Sonne, grünen Wiesen und Ausblick auf das wunderschöne Oberland fühlte es sich fast ein wenig wie Frühling an. Ein sehr gutes Gefühl, auch wenn man bedenkt wie lang der Winter noch dauern wird.

Ausblick auf das Nebelmeer im Zulgtal

Ausblick auf das Nebelmeer im Zulgtal

Diesmal fuhr ich nicht von Heiligenschwendi wieder hinab zum See, sondern in die andere Richtung hinüber ins Zulgtal. Und während zwischen Thun und Heiligenschwendi die Ausflügler in Kolonne unterwegs waren und die Wanderer auf den Wegen Menschenketten bildeten, war ich nun plötzlich allein im wunderschönen Wald unterwegs. Teils hatte es zwar noch etwas Eis auf den Straßen, aber es war alles problemlos befahrbar. Nicht selbstverständlich im Januar auf über 1.000 Meter Höhe. Auch im Zulgtal konnte ich anfangs noch den Sonnenschein genießen. Bis es dann doch wieder in den Nebel zurück ging, die Temperatur auf -3°C fiel und ich schlussendlich als Eiszapfen in Thun in den Zug nach Hause stieg.

Luftikus und der Ausblick auf Eiger, Mönch und Jungfrau.

Kampf gegen den Nebel

Kurz vor dem Durchbrechen der Nebelgrenze.

Kurz vor dem Durchbrechen der Nebelgrenze.

Heute war die Flucht aus dem Nebel deutlich anstrengender als gestern. Zum einen weil die Nebeldecke sehr viel dichter war und im Nebel frostige Temperaturen herrschten. Und zum anderen war der Anstieg hinauf nach Beatenberg, meinem heutigen Fluchtort, steiler als die gestrige Strecke. Aber nach einiger Anstrengung hatte ich es endlich aus dem Nebel geschafft.

Ausblick in der Sonne bei Beatenberg.

Ausblick in der Sonne bei Beatenberg.

Der Niesen mit dem Nebelmeer über dem Thunersee.

Der Niesen mit dem Nebelmeer über dem Thunersee.

In Beatenberg war es nicht nur sonnig, sondern auch deutlich wärmer als unten am See. Das Durchbrechen der Nebelgrenze war wie immer sehr eindrücklich. Denn der Nebel war so dicht, dass man teilweise keine 20 Meter weit schauen konnte. Eine dicke, kalte Suppe war das. Und dann sieht man zuerst ein paar Sonnenstrahlen, ein wenig blauen Himmel und plötzlich ist man im strahlenden Sonnenschein und von oben sieht der grausige Nebel auch noch wunderschön aus.

Zurück in der Nebelsuppe in Thun.

Zurück in der Nebelsuppe in Thun.

Und wenn man dann wieder hinab fährt und plötzlich alles wieder grau ist und man alle Klamotten, die man dabei hat, anziehen muss um gegen die Kälte bestehen zu können, dann erscheint der Sonnenschein über der Nebeldecke total surreal. Wie ein Traum. Gestern riss der Nebel am Abend zumindest auf und am See sah man etwas blauen Himmel. Heute war es trüb und grau, nass und mit Temperaturen unter 0°C. Aber wenn ich mir in den Kopf gesetzt habe, um den Thunersee zu fahren, dann ziehe ich das halt durch.

© 2018 Herr B. und sein Leben

Thema von Anders Norén↑ ↑